Radrennen in Mastershauen - Gemeinde Mastershausen

Radrennen in Mastershausen 1950 (Toni Christ M.A.)

1950 gab es in Mastershausen zwei sportliche Ereignisse der ganz besonderen Art - Radrennen.

Was zunächst wie eine vergnügliche Amateurveranstaltung begann, entwickelte sich rasch zu einem Wettkampfereignis, dass weit über den Hunsrück hinaus bekannt werden sollte. Organisiert wurden die Radrennen vom Sportverein, unter der Leitung von Lehrer Opsölder und Nikolaus Steffen. Hermann Seimetz und Robert Justen, die beide für den Rennsportclub Kelko Rhenania Koblenz fuhren, waren die eigentlichen Initiatoren der Rennen in Mastershausen. Eine gute Voraussetzung für die Rennen bildeten auch die erst kurz zuvor neu asphaltierten Dorfstraßen.* Die Rennen zogen viele Radfahrer und Zuschauer an, zuletzt wohl mehr als 2000 . Neben Amateurfahrern waren auch Halbprofis der großen und bekannten Radsportvereine aus Koblenz, Ahrweiler und Trier dabei. Das führte letztlich dazu, dass die organisatorischen und sicherheitstechnischen Ansprüche an die Veranstalter stiegen, die aber vom Sportverein in diesem Umfang nicht mehr erfüllt werden konnten. Nach den beiden Rennen im Juli und September 1950 fand deshalb auch kein Rennen mehr in Mastershausen statt.

Das erste Rennen am 02. Juli 50 ist ein Straßenradrennen, an dem auch viele Mastershausener Radfahrer teilnehmen; Paul Hoff, Paul Huhn, Werner Reiter, Hermann Vogt, Hermann Oster und Oswald Hoff gehören dazu. In dieser Klasse wird weiter zusätzlich nach Senioren und Junioren differenziert. Sogar ein beinamputierter Kriegsversehrter nimmt an diesem Rennen teil. Im September 50 findet dann das Rennen in der Tourenradklasse statt, an dem neben Profis auch einige Mastershausener Radrennfahrer teilnehmen. Herrmann Seimetz, Josef Hermes, Robert Justen, Günter Schmitz und Karl Rockenbach sind zu dieser Zeit schon erfahrene und erfolgreicher Radfahrer, die teilweise im Rennsportclub Koblenz fahren. Den 1. Platz belegt Günter Schmitz vor Karl Rockenbach.

Vor Beginn des Rennens fahren sechs junge Mädchen, genannt Ehrendamen, die Eröffnungsrunde. Ihre Räder sind festlich geschmückt; weis-blaues Krepppapier ziert die Speichen und Holme. Passend dazu tragen die jungen Damen selbst genähte weiß-blaue Kleider. Nach dem Rennen begleiten sie die Sieger noch einmal mit ihren festlich geschmückten Rädern auf einer Ehrenrunde durchs Dorf. Am Straßenrand warten hunderte von Zuschauern gespannt auf die Radfahrer. Start- und Zielpunkt der Rennstrecke ist die Schmiede an der Hauptstraße. Die Strecke verläuft weiter Richtung Deutsches Eck - Geise-Eck – Hauptstraße – Schulstraße – Kirchgass - Reitweg – bis zum Zielpunkt Hauptstraße. Die Strecke wird mehrmals (insgesamt ca. 5 km) gefahren. Zum Vorprogramm gehören spannende Vorstellungen von Heinrich Menniger und Martin Meurer. Sie unterhalten das Publikum vor Beginn des eigentlichen Rennens mit akrobatischen Einlagen auf ihren Motorrädern.

Die beiden einzigen Telefone im Dorf bei Eduard Schmitz und Wilhelm Schmitz, jeweils auf halber Strecke gelegen, sorgen für einen stets aktuellen Informationsstand über die Reihenfolge der Rennfahrer.

Dabeisein ist alles. Unter diesem Motto ist auch Paul Huhn zu seinem ersten Wettkampf angetreten. Paul, der als ehrgeiziger und guter Sportler bekannt ist, liegt an diesem Wettkampftag im Juli 1950 anfangs an der der Spitze. Allerdings hatte er seine körperlichen Reserven überschätzt. Für diesen Fall, so hatte er es mit seiner Schwester Trautsche vereinbart, wird sie in dem Augenblick, wenn er an ihrer Scheune in der Schulstraße vorbeikommt, schnell das Scheunentor öffnen. Wie gesagt so getan. Das Tor geht im richtigen Augenblick auf, Paul fährt hinein, läßt sich auf den frischen Klee fallen und hatte es fürs erste hinter sich. Schwester Trautsche schließt eilig das Tor.

Fürs Publikum ist Paul wie vom Erdboden verschluckt.**

Bosselersch Oswald hat weniger Glück. Mit großem Ehrgeiz und zu hohem Tempo bekommt er im Gäseeck die Kurve nicht und stürzte in Rambes Garten.

* Das Geld für die Asphaltierung der Straßen hatte Mastershausen aus Reparationsleistungen
an Frankreich von der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Mastershausen musste ca. 12 ha Fichten auf dem Rosert fällen und nach Frankreich liefern; seit dem heißt dieses neu aufgeforstete Waldstück „Franzosenschlag“.

** Paul Huhn zog aus dieser Erfahrung für sich die Konsequenz: nie mehr wollte er in einem Wettkampf aufgeben. Daran hat er sich gehalten. Paul Huhn ist mit über 70 Jahren der wohl erfolgreichste Sportler im weiten Umkreis, u.a. wurde er 2005 Triathlon-Weltmeister in seiner Altersklasse.

Volltextsuche


Was ist demnächst:
  

 

01. Mai
Maifest an der Pfarrscheune

 

03. Mai
Begegnungscafè ab 14:00 Uhr in der "Alt Schul"

 

06. Mai
Führung im Ruhewald "Am Fürstengrab" um 14:00 Uhr Treffpunkt am Parkplatz

 

10. Mai
Begegnungscafè ab 14:00 Uhr in der "Alt Schul"

 

Abfallkalender

02. Mai Gelb
05. Mai Papier
08. Mai Bio
19. Mai Rest