Grube Apollo - Gemeinde Mastershausen

Grube Apollo (S. Christ)

Die Grube Apollo überdeckt zusammen mit der sich im Nordosten anschließenden Grube Diana eine Fläche von ca. 450 ha. In Betrieb genommen wurde sie 1891. Der Erzabbau wurde 1941 wegen zu geringer Ergiebigkeit eingestellt, endgültig geschlossen wurde sie im Jahr 1954.

Die zeitlich unbegrenzte Konzessionen zum Erzabbau im Grubenfeld Apollo erteilte das Preußischen Bergamt im Jahre 1856 dem Kaufmann G. Lade aus Geisenheim. Nach dem Bergwerksgesetz von 1810 hatte er neben der Konzessionsabgabe auch den Oberflächeneigentümern pro Hektar Land eine Grundentschädigung von 4 Pfennig zu bezahlen. Außerdem war nach den gesetzlichen Bestimmungen jeder Schaden, der durch den Betrieb an der Oberfläche entstand (Absenkungen, Risse), sachgemäß zu beseitigt und zu entschädigen.

Konzession

 

Während der gesamten Betriebsperiode fielen rund 270 t Fördererz mit durchschnittlich 7,1% Bleierz, 11,1% Zinkerz und 27,3g Silber/t an. Dabei fielen ca. 1500 t Abraum an, der im nördlichen Vorfeld der Grube abgekippt wurde.

Die Vererzung war auf drei kurze Gänge beschränkt, die parallel zur Schieferung verliefen und nach Südosten einfielen. Dort gab es eine 7 m breite Zone, die aus drei 0,3 m -1 m mächtigen Erztrümmern bestand.

Die mittlere Sohle lag in Höhe des Sprengstoffraumes und führte eine 0,65 m mächtige Bleiglanzpartie.

In der tiefen Stollensohle, in der Höhe des Schachtaufbruches, folgte die zweite Gangzone. Die dritte Gangzone verlief in der Nähe des Schleppgesenks.

Versuchsarbeiten ergaben, dass die Vererzung der Grube Apollo sehr unregelmäßig war und keine erkennbaren Gesetzmäßigkeiten vorlagen. Oftmals erstreckten sich kleine Erzadern durch die Felsen, doch deren Ausdehnung war begrenzt und nur vereinzelt anzutreffen.

Grubenplan

 

In der letzten aktiven Betriebsperiode (1937-1941) wurden noch sehr kurze Gänge unter der tiefen Stollensohle in östliche und westliche Richtung gebaut.

Die abbauwürdigen Gänge waren durchschnittlich 7-12 m lang und führten bis zu 0,2 m mächtige Blei- und Zinktrümmer.

In der östlichen Hälfte, die bereits 14 m über der Stollensohle wieder eingestellt wurde, lagen stellenweise Erzanreicherungen bis zu 1m vor. Auf der Teilsohle, über der 40m Sohle, war die Zone auf einer Länge von 6-8 m relativ gut vererzt.

Der westliche Erzgang lag über der 7 m Sohle und erreichte eine Mächtigkeit von 2m.

Grubenarbeiter

 

Die erste Abbauperiode 1909 - 1920

In der Grube Apollo wurden in zwei Betriebsperioden Buntmetalle abgebaut. Die erste Abbauperiode erstreckte sich von 1909 bis 1920. Der Grubenbesitzer Lade hatte wegen der räumlichen Distanz zwischen seinem Wohnort Geisenheim und Mastershausen einen Verwalter namens Knops aus Lieg mit der organisatorischen Betriebsplanung beauftragt.

1891 wurden zunächst Prospektionsarbeiten durchgeführt, die in erster Linie zur Bestimmung der Erzgehalte und der Lage der Gangzüge dienten. Die Betriebsleitung der Grube Apollo übernahm am 2. 8. 1892 der Grubenverwalter der Grube Altlay, Albert Kondzenbarth aus Peterswald. In den folgenden Monaten wurde der ganze obere Stollen hergestellt und der tiefe Stollen auf eine Länge von 60 m vor getrieben.

Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen wurde der Betrieb noch im selben Jahr eingestellt.

Erst 17 Jahre später, am 9.1.1909, finden sich in den Akten wieder Eintragungen zur Grube Apollo. Zwischenzeitlich war die Grube wieder in Betrieb genommen worden. Der neue Betriebsführer der Grube Apollo, Philip Palm aus Mastershausen, beantragt die Erlaubnis für die Lagerung von brisantem Sprengstoff. „Nachdem die Grube Apollo inzwischen an Umfang und Förderungskapazität erheblich zugenommen hat, ist es nun erforderlich, innerhalb von 6 Monaten einen Lagerraum für brisante Sprengstoffe zu errichten. Die bisherige Gewohnheit, den Sprengstoff jeweils kurz vor einer Sprengung in der Grube in Tellig zu holen, ist zu umständlich. An manchen Tagen wird sogar zweimal gesprengt“, schreibt Palm in seinem Antrag an das Bergbauamt in Koblenz.

Der Sprengstofflagerraum, der vor dem Luftschacht in Höhe des tiefen Stollens gebaut wird, erhält eine eisenbeschlagenen Tür und massive Verschlüsse.

Sprengstofflagerraum

 

Im nächsten Akteneintrag vom 9.6.1917 erlaubt die Bergbaubehörde in Koblenz die Wiederauf-nahme der Arbeiten im Feld Apollo.

Scheinbar haben die Erschließungsarbeiten bis zu diesem Zeitpunkt geruht. In dieser Zeit wird der Schienenstrang im 140 m langen Sohlengang (tiefer Stollen) verlegt.

Betriebsführer ist nun der Bergbauingenieur Wilhelm Marth. In den folgenden 2 Jahren sind außer ihm noch 1 Techniker, 2 Kaufmännische Angestellte und 8 Arbeiter Untertage beschäftigt. Im Dezember 1918 meldet Marth die folgenden Fördermengen an Erzen im Zeitraum vom 15.10 –1.11. 1918 an das Preußische Bergamt in Koblenz:

30t mit 4% Kupfer, 28% Blei und 28g Silber/to

50t mit 2% Kupfer, 42% Blei und 21g Silber/to

30t mit 1% Kupfer, 20% Blei und 18g Silber/to

Finanzierungsschwierigkeiten führen dazu, dass das Bergamt in Koblenz den Betrieb der Grube Apollo am 27.4.1920 einstellt.

Die zweite Abbauperiode 1937 - 1941

Die zweite Abbauperiode beginnt 1937 und endet 1941.

Wegen ungeklärter Besitzverhältnisse steht im Jahre 1936 die Zwangsvollstreckung der Grube Apollo an. Ein Großgrundbesitzer und aus Saarbrücken zeigt aber Interesse am Erwerb der Grube. Am 12.9.1936 wird schließlich die Zwangsvollstreckung des „ Zink- Silber- Blei- und Kupfererzbergwerkes Apollo“ vollzogen. Mentges, ein aus Saarbrücken stammender Geschäftsmann, erwirbt sie für 8300 R.M. (Reichsmark).

Nach intensiven Reinigungs- und Aufräumarbeiten, die insgesamt 10 Tage in Anspruch nehmen, ist die Grube wieder betriebsbereit.

Mentges hat große Pläne und geht die Arbeiten mit Elan an. Der neue Besitzer plante eine moderne Grubenausstattung, die einen effektiven Erzabbau ermöglicht. Zunächst wird ein Grubenvollwagen zur Förderung des Materials vom Gesenk bis über Tage angeschafft. Für den Bohrbetrieb werden Luftdruckbohrhämmer mit Bohrkopf- und Wasserspülung eingesetzt.

Außerdem wird ein Dieselmotor mit Dynamo zur Stromerzeugung, ein Kompressor für drei bis vier Bohrhämmer, ein Ventilator und eine Schmiedeeinrichtung angeschafft.

Die Gebäudeeinrichtung besteht aus zwei Baracken, darin ein Aufenthaltsraum für die Arbeiter, ein Magazin und ein Büro. Sie werden auf einfachste Art aus Schwartenbretter und Dachpappe erstellt. Eine ausreichende Menge Kühlwasser für das Aggregat liefert ein neu gebauter Wasserspeicher (9 cbm) 50 m über dem oberen Stollen.

Außerdem möchte Mentges die Lagerungskapazität für das Erzgestein vor Ort vergrößern und die Aufschlussarbeiten weiter intensivieren. Der bereits vorhandene 130 m tiefe Förderstollen soll weiter vorgetrieben werden.

Der aus früheren Zeiten vorhandene Luftschacht soll mittels Handhaspelbetriebes mit einem Fahrtenturm und Fahrten (Aufzug) versehen werden. Auch das vorhandene und genehmigte Sprengstoffmagazin zur Lagerung von 50 kg Sprengstoff und 500 Sprengkapseln, wird ausgebaut und mit einer verstärkten Tür gesichert.

Zur Förderung des Materials bis zur Stollensohle wird ein Handhaspelbetrieb vorgesehen, der einen auf Führungsschienen laufenden Schlittenkübel automatisch in einen Grubenrollwagen entleert.

Mangels finanzieller Mittel konnte der neue Grubenbesitzer dann aber nicht alle geplanten Maßnahmen umsetzten. Davon war vor allem der Bau eines Aufzuges im Luftschacht betroffen.

Nach einmonatigem Erzabbau (20.10.36) liefert Mentges einen Analysebericht zum Durchschnittsgehalt der Erzproben an das Bergamt nach Koblenz.

Das Ergebniss lautet: 22,4% Blei, 27,8% Zink, 0,6% Kupfer und 7,8g Silber/kg.

Der Analysebericht ist Grundlage für die Wertberechnung der Erzprodukte und deren Weiterverkauf. Wie in jedem Jahr wird auch 1937 ein Betriebsplan erstellt, in dem dieVorhabenplanung das kommende Jahr festgehalten wird.

Untertage ist folgendes vorgesehen:

Die 38 Meter lange östliche Strecke wird fortgesetzt und bauwürdige Erzzüge werden zum Abbau vorgerichtet und abgebaut.

Der Schleppschacht (Gesenk) wird in seiner bisherigen Steigung auf eine Tiefe von 50 Metern abgeteuft (nach unten vorgetrieben), der Erzgang angefahren und östlich und westlich verfolgt.

Als letztes ist vorgesehen die liegenden Parallelerzgänge von der Stollensohle aus querschlägig anzufahren und in östliche und westliche Richtung auf ihre Bauwürdigkeit hin zu untersuchen.

Damit diese Arbeiten ausgeführt werden können, ist ein Kompressor zur Erzeugung von Pressluft notwendig, der später jedoch durch eine stationäre Kraftanlage ersetzt werden soll.

Die bisher getätigten Investitionen und die geringe Fördermenge an Erz führen schon bald zu ersten finanziellen Engpässen. Deshalb stellt Mentges am 17.3.1937 mit Unterstützung des Gauwirtschaftsberaters des Gaues Koblenz–Trier einen Aufschlussförderungsantrag für die Grube Apollo beim Bergrevier Koblenz-Wiesbaden. Das Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe genehmigt den Antrag unter der Bedingung, dass das Unternehmen 70% der entstehenden Aufschlusskosten selbst trägt und nur 30% aus öffentlichen Mitteln fließen.

Tatsächlich handelte es sich bei diesem staatlichen Förderprogramm für die Erschließung von Rohstoffen im Reichsgebiet um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Ein Gutachter der Bergwerksbehörde hatte in diesem Zusammenhang in seinem Bericht über das Erzvorkommen in der Grube nüchtern festgestellt, dass die sichtbare Erzführung ausschließlich auf die damals aufgeschlossene 8 m Gesenksohle beschränkt war und außerdem sehr absätzig und unregelmässig verlief.

Nach Erfahrungen, die von ähnlichen Lagerstätten des Hunsrückgebietes vorliegen, besteht keineswegs eine Garantie dafür, dass sich die Verhältnisse in der Tiefe verbessern“ vermerkt der Gutachter.

Insgesamt, so das Resüme des Gutachters, sind die Aussichten auf größere Erzvorkommen zu stoßen, sehr gering. Es ist eher mit der Erschliessung von kleineren Erzlinsen zu rechnen. Ein weiterer Punkt, den der Gutachter kritisierte, sind die technischen Arbeiten am Schacht, die nicht sachgemäß durchgeführt werden. So hat man wohl aus Kostengründen auf den Verbau der Stollengänge und des Luftschachtes mit Stahlstreben oder Holz verzichtet.

Auch die Transportverhältnisse von und nach dem tief eingeschnittenen Sosberger Bachtal hin werden als sehr ungünstig beurteilt. Zur Errichtung eines Förderaufzuges und dem Ausbau der Straße von der Geierlay nach Mastershausen fehlt es dem Besitzer an den notwendigen finanziellen Mitteln.

Nach nur wenigen Betriebsmonaten ist auch der neue Besitzer kaum noch in der Lage, den über die Grundförderung hinausgehenden Teil der monatlichen Unkosten aufzubringen. Nach Angabe der Betriebsverwaltung betragen die Gesamtkosten für Löhne und Betriebsmittel im Monat 3.500 RM, davon werden durch die Grundförderung vom Staat 1.200 RM gedeckt, die restlichen 2.300 RM müssen vom Eigentümer aufgebracht werden.

Ein wenig finanzielle Entlastung verspricht sich Mentges von einer Bonner Studiengesellschaft, die als Gegenleistung die Grube Apollo als Versuchsobjekt für wissenschaftliche Studien nutzen darf. Zum Schluss weist der Schreiber des Berichtes darauf hin, dass die bergmännische Beratung negativ ausgefallen ist und lediglich der Betriebsführer eine brauchbare fachliche Eignung besitze.

Wie erwartet war der Gewinn im Jahr 1937 gering, was auch auf Mängel bei den maschinellen Hilfsmitteln und auf den Mangel an Betriebsstoffen zurückzuführen war. So fand man z.B. in der östlichen Sohle gute Bleizinkerze, die aber nicht abgebaut werden konnten.

Am 28.1.1937 wurden die Arbeiten vorübergehend eingestellt und im April 37 wieder aufgenommen.

Für das Jahr 1938 sah der Betriebsplan erneut Arbeiten und die Anschaffung von Betriebseinrichtungen vor, die bereits bei der Wiederinbetriebnahme der Grube geplant waren, aber aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden konnten.

Der Schleppschacht sollte in seiner bisherigen Steigung auf eine Teufe (Tiefe) von 50 Metern abgeteuft werden, um später den Erzgang in seine Steilrichtung östlich und westlich zu verfolgen. Außerdem sah die Planung vor, die Förderung beim Schachtabteufen maschinell mittels Kastenkübels, später mit Hilfe eines Plattowagens durchzuführen.

Noch einmal wurde der Versuch unternommen die schwierigen Transportverhältnisse für das Erz zu verbessern. Deshalb sollte ein Schleppgesenk bis zur Haupt- bzw. Abfuhrtrasse Mastershausen angelegt werden.

Am 21.4.1938, nachdem die Grube Apollo bereits seit zwei Jahren in Betrieb war, verfasste ein Bergrevierbeamter einen detaillierten Bericht zur Belegschaft der Grube, der Förderungsmenge den Abbaubedingungen und weiteren wichtigen Faktoren an das Oberbergamt in Bonn.

In diesem Bericht heißt es u.a., dass bis zu diesem Tag 101t Bleizinkerze mit einer Belegschaft von 30 Mann gefördert wurde.

Er erwähnt auch, dass der aus der ersten Betriebsperiode stammende Oberstollen nicht weiter beachtet wird und nur im tiefen Stollen Arbeiten durchgeführt werden.

In der oberen Stollensohle wurden anscheinend schon zu früheren Zeiten die mächtigen Erzmittel restlos abgebaut. Oftmals sind auch nur kleinere Gangstücke und Linsen aufgeschlossen worden, die eine durch Störungen beeinträchtigte Ablagerung aufweisen Auch diesmal kommt der Bergbaubeamte zu dem Schluss, dass die Erzverhältnisse sehr wechselnd und der Abbau deshalb wirtschaftlich riskant ist.

Alle diese Dinge weisen darauf hin, dass ein bescheidener und notleidender Bergbau zu erwarten ist. Mentges wollte nicht aufgeben. Er entschied sich für die Fortführung der Arbeiten auf der tiefsten Sohle. Obwohl die Belegschaft auf 24 Mann reduziert wurde, war nicht genug Arbeit für alle da. Es fehlte wie so oft das Geld für die Anschaffung von Maschinen und Betriebsmitteln. Unerwartet bewilligt das Ministerium für den Zeitraum vom 1. 5 – 19 .7. 38 weiter die Grundförderung von 30 %. Das verschaffte dem Grubenbesitzer ein wenig Luft, trotzdem muss er einen Bankkredit aufnehmen um die Differenz bezahlen zu können.

In 600 Schichten wird nun das Gesenk bis zur 40 m Sohle abgeteuft und weitere Untersuchungsarbeiten durchgeführt. Währenddessen spitzt sich die finanzielle Lage weiter zu.

Mentges bittet das Arbeitsamt Cochem um zusätzliche Unterstützung und zur Auszahlung des bis dahin noch zurückbehaltenen Restbetrags in Höhe von 10%.

Am 7. 7. 1938 zeichnet sich die Stilllegung der Grube Apollo immer deutlicher ab. Mittlerweile sind auch nur noch 6 Arbeiter beschäftigt.

Am 23. 7. 1938 wird die Stilllegung des Betriebs vom Reichstreuhänder der Arbeit genehmigt.

Die Betriebsleiterin, Frau Mentges, teilte dem Bergbauamt am 14. 8. 1938 mit, dass der Betrieb noch abgewickelt werden sollte und dass ihr noch eine Aufschlussförderung bis zum 31. 8. 1938 nachbewilligt worden sei.

Der zuständige Bergrevierbeamte bemängelt schriftlich, dass nach dem Rückzug der bisherigen Betriebsleitung die Geschäftsführung nun in Händen von Personen liege, die von Bergbau nichts verstehen.

Die entlassenen Grubenarbeiter werden von der Westmark GmbH übernommen. Am 1. 9. 1938 teilt die Geschäftsführerin Mentges mit, dass der Betrieb ab sofort aus der Grundförderung ausscheidet.

Im Betriebsbericht für 1938 steht, dass insgesamt 126 t Erze gefördert und versandt wurden. Beschäftigt waren im gleichen Zeitraum rund 19 Arbeiter und drei Angestellt.

Angestellte

Für das Jahr 1939 sind folgende Arbeiten vorgesehen: Die unterste 40 m Sohle, die eine gute Beschaffenheit aufweist, soll durch einen Querschlag angefahren und durch Streichen verfolgt werden.

Übertage werden die anfallenden Erze weiterhin mittels Handscheidung getrennt. Ein endgültiger Betriebsplan kann erst erstellt werden, wenn die finanzielle Lage geklärt und gesichert ist.

Bereits ein halbes Jahr später, am 31.7.1939, steht der Blei– und Zinkerzgrube Apollo die Zwangsversteigerung ins Haus.

Letztendlich wird die Grube am 14.11.1940 an die Stolberger Zink AG, Gesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb in Aachen, für 500 RM meistbietend verkauft.

Es werden lediglich Erschließungsarbeiten in der tiefen Sohle durchgeführt. Die Fachleute der Stolberg Zink gehen davon aus, dass die Gänge auslaufen und überwiegend in Erzlinsen übergehen. Unter den ungünstigen Randbedingungen ist die Erschließung der Erzlinsen unwirtschaftlich.

Der Betrieb wird im Frühjahr 1941 eingestellt.

Am 20.3.1954, nach über 13-jähriger Schließung der Grube, untersucht das Bergamt Bad Kreuznach die noch vorhandenen Erzspuren und den Zustand der Grube Apollo.

Der Stollen wird vom Mundloch bis zum Schacht von drei Mann im einschichtigen Betrieb aufgeräumt und gesümpft.

Nach der Sümpfung wird die Grube am 11.6.1954 ganggeologisch untersucht und kartiert. Die vorhandenen Gänge zeigen 1954 entweder nur sehr geringe oder gar keine Erzspuren mehr.

Der Stolleneingang (Mundloch) selbst wird durch ein eisernes Gittertor verschlossen.

Das Kapitel Bergbau in Mastershausen wird damit endgültig geschlossen.

 

4. Heutiger Zustand der Grube Apollo

Am 11. Juni 2005 fand eine Besichtigung der Grube Apollo durch den Verfasser statt.

Anhand der vorhandenen und sehr genauen Grubenpläne konnte sowohl der Lüftungschacht als auch die alte obere Stollensohle in dem teils unwegsame Gelände schnell geortet werden.

Dabei stellte sich heraus, dass der Lüftungsschacht vor ca. 30 Jahren mit einer Betonplatte verschlossen worden war, weil er eine Gefährdung für spielende Kinder darstellte.

Der Eingang zur oberen Stollensohle hat sich im Laufe der Zeit durch Erosion zu einer kleinen Öffnung verengt. Das Mundloch wurde ebenfalls aus Sicherheitsgründen vor längerer Zeit erneut mit einem Stahlgittertor verschlossen.

Der untere Stollen steht im ersten Drittel ca. etwa 60 cm tief unter Wasser.

Erstaunlich gut erhalten ist der Schienenstrang auf dem Boden und die Rohr- und Leitungshalter an der Seite. Die eisenbeschlagene Tür des Sprengstoffraums ist zwar stark oxidierten aber immer noch in den Angeln drehbar.

Im Zentralraum, von dem aus mehrere Gänge in verschiedene Richtung führen, befindet sich ein etwa 2 m hoher Erd- und Müllhügel, der in den 60er Jahren durch das Herabwerfen von Unrat und Erde von oben, durch den etwa 70 m hohen senkrechten Lüftungsschacht, entstanden ist.

In diesem Raum ist in westlicher Richtung noch eine ausgeprägte Quarzader mit geringen Erzeinschlüssen erkennbar. An verschiedenen Stellen sieht man einzelne, angeschnittene erzhaltige Quarzitschichten und ausgewaschenes Eisenoxid.

In unmittelbarer Nähe zum Gesenk liegt noch eine Lore und eine Lorenhaspel.

In dem ebenfalls sichtbaren Gesenkstollen, der vollständig mit Wasser gefüllt ist, sieht man das gut erhaltene Pumpengestänge und verbautes Grubenholz.

Die Luft- und Wassertemperatur im Stollen bleibt übers Jahr weitgehend konstant bei + 8 ° C bis 10° C.

Vor dem Mundloch (Stolleneingang) ist von den ehemals zwei Betriebsgebäuden nichts mehr zu sehen. Das einzige was dort noch auf den Erzabbau hindeutet, ist eine große Menge Abraum, der in den angrenzenden Bach und in nordwestliche Richtung abgeschoben wurde.

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