Urkunden, die Kirche betreffend - Gemeinde Mastershausen

Urkunden, die Kirche betreffend

Der untere Teil des Kirchturms der Mastershausener Pfarrkirche ist romanisch, etwa um das Jahr 1200 erbaut. Da dieser Turm von der politischen Gemeinde unterhalten werden musste, blieb er lange unverändert. Es fehlte das Geld, um diesen Fluchtturm, der als Katastrophen-schutz diene, umzubauen. Seine Mauern sind dick und scheinbar für die Ewigkeit gebaut.

 

Anders ist es mit dem Kirchenschiff und dem Chorraum. Diese Teile der Kirche mussten häufig renoviert und auch völlig erneuert werden. An den letzten, großen Neubau des Kirchenraumes können sich noch die über Vierzigjährigen erinnern.

Der Vorgängerbau, von dem noch die Altäre, Beichtstühle usw. erhalten sind, war gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet worden. Vier Adelsfamilien, die Zehntherren in Mastershausen waren, hatten die Baupflicht. Ihre Wappen unter der Empore und ein Gedenkstein erinnern an diese Bauherren.

02.12.1659:

In den hier zum ersten Mal veröffentlichten Urkunden geht es aber um die Zeit vor diesem Umbau. Ein Gutachten über den Zustand der Kirche liegt aus dem Jahre 1659 vor.

Auf Befehl der kurfürstlichen Behörde in Trier wurde der Landdechant Johannes Antoni, Pastor in Senheim, beauftragt, erfahrene Bauleute ein Urteil über den Zustand der Mastershausener Kirche abgeben zu lassen: (Es sollen) darzu verstendige Werckmeister nacher Mastershausen (gehen) undt mit allem Vleiß...den Augenschein daselbsten, des Kirchenbawes ahn Maur, Zimmer undt Tachwercks also unpartheyisch (beurteilen), ob gedachter Kirchen Baw also noch mit Stückwerck zu erhalten oder aber...müsse new erbaut werden.

Die beiden Gerichtsschöffen Bernhardt Klein und Schultheiß Petery, beide Gerichtsschöffen, sind verantwortlich für die pünktliche Antwort.

Der Baumeister Niclas Krautern von Neef (Maurer), Peter Dieszen aus Strimmig, (Zimmer-mann) und Christoffel Toll (Leyendecker) von Ediger stellen einstimmig fest, dass die Kirche dringend zu verbessern sey. Das Mauerwerk muss erheblich ausgebessert werden, denn das gesamte Fachwerk, das noch nagellos zusammengefügt ist, muss erneuert werden, ebenso das Dach. Die drei Meister unterschreiben ihr Gutachten mit ihren Hausmarken, da sie offensichtlich des Schreibens unkundig sind.

 

Wahrscheinlich konnte während der Zeit des Krieges (1618-1648) nichts oder nur wenig an der Kirche renoviert werden und deshalb waren die Schäden jetzt relativ groß. Von den folgenden Renovierungsarbeiten liegt kein Bericht vor. Aber die Tatsache, dass es zu keinem Neubau gekommen war, ist Ursache für weitere bald anfallende Reparaturen.

23.01.1670:

Die Schöffen der Mastershausener Kirche schreiben an ihren ehemaligen Pastor, der inzwischen in Halsenbach tätig ist, dass er doch 21 Gulden, die er von der Kirchenkasse in Mastershausen wegen seiner Nothstillung aufgenommen hatte, zurückzahlen möchte, da sie an jetzo bey Renovirung der Kirchen notwendig seien. Diese Forderungen an den Pastor Henricus Remacli zeigen, dass die Renovierung der Kirche sich lange hinzog und wahrscheinlich auch nicht sofort nach der Begehung im Jahre 1659 begonnen wurde.

Diese 21 fl waren nur ein Teil der Gesamtschulden, die Remacli in Mastershausen hinterlassen hatte. Insgesamt ging es um 160 fl und 16 alb. Da Remacli allerdings auch noch Forderungen an die Pfarrei Mastershausen hatte, musste die Angelegenheit der kurfürstlichen Behörde in Koblenz vorgelegt werden. Von dieser wurde dem Pfarrer Remacli befohlen, seine Schulden allmählich zurückzuzahlen. Da er kein Pfand geben konnte, konnte man sich auch nicht schadlos halten. Die unangenehme Sache zog sich lange hin. Diese Angelegenheit zeigt allerdings auch, dass die Kirchenkasse Renovierungskosten an der Kirche übernehmen musste und nicht alles von den Zehntherren bezahlt wurde.

17.09.1704:

Schreiben des Matth. Stephani von Senheim an den Pastor Johannes Hammes in Mastershausen wegen des stein-kallenfelsischen Anteils an Zehnteinkünften, von denen ein Quantum einbehalten werden muss für den Kirchbau in Mastershausen. Wachssiegel gut erhalten am Brief, der auf das Format von 12 x 7 zusammengefaltet ist.

1704:

Hoch Edel gebohrene undt gnädige Herren Decimatores des Kirchspels Mastershausen. Nach zweimaligem schuldigem und freundtlichem Ersuchen, wie auch bey gewöhnlichem Zehnentag die Herren selbsten gesehen seint in der Kirch wegen großem Dunkel und Dämpigkeit ein Doppel Fenster mitt einer Thür hingestelt und etwas am Bogen reparirt worden, ahn welchen Unkosten dem N.N.N. alß Mitzehndherren Antheil sich beläuffet...

 

Verzeichniß der Arbeit so ahn der Kirchen gemacht ist worden undt ahn Unkosten auff gangen ist zu Mastershausen Anno 1704.

 

Erstlich dem Maürer Meister in seinen Kosten mit zweyen Knechten... 22 Rtl. 9 alb

Item ahn Kalck auf gangen 2 Rtl. 13 alb

Weiß Kalck 8 alb

Die Stein zu mögen an den Finstern kosten 9 fl. 18 alb

Dem Zimmermann zu Lohn 18 fl. 9 alb

Eisen ahn ein Finster vor Tralgen zu Castellaun bey Meister Görgen

genohmene Kost 3 Rtl. 52 alb

Dem Finstermacher vor Glaß undt Arbeit 5 Rtl.

Die Bandt und Nägell ahn der Thör undt die Tralgen ihn der Finster

zu machen kosten 2 Rtl. 31 alb

Zwey Riegel ahn die Thör kosten 18 alb

Die Bordt undt der Schreiner Lohn ahn der Thör kosten 1 Rtl. 29 alb

Summa: 47 Rtl. 49 alb

Jedem Staam an seinem Theil 11 Rtl. 49 alb

Sic fatear (So festgestellt) Joan Hames,

Pastor in Mastershausen

Mattes Zewen, Meurern Meister zu Mesenich

Dem Hohenstaan 12 Rtl. weniger 8 alb

Dem genädigen Herr von Baßenheim 6 Rtl. minus 4 alb

Der gnädigen Frau von Kembt 12 Rtl. minus 8 alb

Den beyde hochgnadig. Häußern Beilstein & Winneburg 12 Rtl. minus 8 alb

Dem Reineri Staam 6 Rtl. minus 4 alb

29.01.1695:

Den Kirchenknechten Hans Goergen und Klos schuldet Henrich Thomas 8 Reichsthaler und 18 Albus. Er hat ihnen eine Wiese verschrieben, die an der Kurtz Hecken gelegen und einen Wagen Heu erträgt.

20.12.1703:

An die Darlehensnehmer Nicolas Geis von Vückrath, Martin Loris von Mörsdorf, Peter Müller und Frantz Goitzen von Leideneck hat die Kirchengemeinde Mastershausen Forderungen wegen rückständiger Pensionen.

26.05.1704:

Erneute Mahnung der vier Schuldner, die rückständigen Zinsen zu zahlen, andernfalls müßten die Felder, die als Unterpfand gelten, eingezogen werden.

30.09.1704:

Schreiben an das Amt Castellaun wegen der Schuld von 13 fl und 12 alb des Martin Los von Mörsdorf. Wahrscheinlich war er sponheimischer Untertan. Den Kastellaunern wird warnend geschrieben: Es muss seinem betrüglichen Schwestzen nicht geglaubt werden. Dieser Mensch hat keine Nachfahren in Mörsdorf, wie das ausgezeichnete Familienbuch von Lothar Olbermann nachweist.

Die ausgeliehenen Gelder und die daraus anfallenden Zinsen standen meist im Zusammenhang mit der Unterhaltung der Kirche. Dringlich wurden weitere Sicherungsarbeiten an der Mastershausener Pfarrkirche, nachdem dort eingebrochen worden war.

 

19.10.1728 - Bericht von einem Einbruch in die Kirche von Mastershausen:

Gestohlen wurden: Eine Monstranz, ein Ciborium und die Pixes für die heiligen Öle. Da es keinerlei Versicherung gab, soll nunmehr geklärt werden, wer diese Geräte einmal angeschafft hat und wann sie angeschafft wurden. Infolge des Einbruchs wurden nun etliche Reparaturarbeiten in der Kirche durchgeführt. Zunächst wurde mit Pastor Hammes ein Akkord getroffen, wobei Adam Willibald Schmitz am 30.05.1729 eine Kostenauflistung wegen Illuminieren des hohen Altars erstellt.

Es gab zur damaligen Zeit Räuberbanden, von denen die Bande des „starken Joseph“ vor allem im Hunsrück ihr Unwesen trieb. Es wird 1730 eigens erwähnt, dass bestimmte Vergitterungen wegen der Dieberei notwendig waren. Es wird jedoch nirgendwo gesagt, wer den Diebstahl in Mastershausen begangen hat. Wahrscheinlich ist dies auch nie bekannt geworden.

1730:

Reparatur- und Erbauungskosten an der Pfarrkirche zu Mastershausen im Jahr 1730 belaufen sich auf 58 Rtl. (Reichsthaler). Jeder Zehntherr hat 14 Rtl. 27 alb zu zahlen, weil noch 4 Rtl. und 27 alb Prozesskosten und etliche weitere Kosten hinzukommen. Schließlich kann Pastor J. Hammes bestätigen, dass alle richtig bezahlt haben.

1730:

Unter Berufung auf eine Anordnung vom 21.08.1704 wird von der kurfürstlichen Behörde in Trier erneut verfügt, dass die Zehntherren, wenn ihnen mitgeteilt ist, wie hoch die Kosten am Kirchbau in Mastershausen sind, sie diese zu bezahlen haben, ansonsten dürfen die Kirchenvorsteher sich an den Zehndenfrüchten ergreifen und anhalten. Die Mitteilung kam aus Ehrenbreitstein, woselbst kurfürstliche Behörde ihren Sitz hatte.

05.12.1730:

Dem nach die Kirchen-Dieberey sehr groß undt aller Örther genugsam bekandt; auch die Mastershausener Kirch das Unglück hat getroffen, dass also dasige Kirchenvorstehen zu künfftiger Vorsorge die Fensteren mitt Eysen Tralligen undt andern Nothwendigkeiten beßer

haben müßen versehen laßen, wobey auch auff die Oberseite; allwo keine Fenster, undt danoch nothwendig; eine newe hn gemacht worden. Zu welcher Arbeit ahn Materialien undt Lohn Unkösten ergangen bey:

 

Dem Steinhauer und Maurer mitt Kalck und Lohn zusammen 9 Rtl. 27 alb

Bey dem Schmitt undt Schlosser vor Eysen und Lohn zusammen 17 Rtl. 33 alb

Bey dem Glasermeister vor Glaß und Lohn 8 Rtl. 48 alb

 

Also in Summa zu samen Unkösten 36 Reichsthaler

 

Wohr ahn zu zahlen Kombt pro quota den Herrn Decimatores

Dem gnädigen Freyherrn de Steinkallenfels 9 Rtl.

dem hochgräflichen Haus Beilstein 9 Rtl.

Der gnädigen Freyfrau Waldertheim 9 Rtl.

Ihro Excellentz Hern de Bassenheim 4 Rtl. 27 alb

Der hochlöblichen Familiae Reineri 4 Rtl. 27 alb

 

Es unterschreiben die Abrechnung eigenhändig Joh. Peter Rau von Kastellaun, Schlosser,

Philippus Simonis, Glasermeister in Kastellaun,

Meister Nicolaß Weiß, Maurer und Steinhauer von Bell,

Johann Jörg Hames, Schmied zu Mastershausen, zeichnet mit seiner Hausmarke.

 

Juni 1730:

Pastor Joh. Hammes bestätigt die Abrechnung, zu der noch etliche Unkosten hinzu kamen:

Kosten für den Leyendecker Bocksbaum, Schreinermeister Mathias Hecker von Kastellaun und Peter Lihnard, Maurer. Die Wände der Kirche waren zum Teil repariert und das gesamte Kirchenschiff neu geweißt werden.

08.08.1730:

Hatt. Jo. Peter Wendling Schmitt zu Mastershausen im Beisein unterschriebener Zeugen in der Pfarrkirch daselbsten Schmitt- und Schlosserarbeit gedingt und trewlich innerhalb nechst Einstehendem S. Bartholomäifest zu verfertigen folgender gestalte: Bey der Cantzel ahn die Fenster ahn Platz höltzen Ramen, Eysen Ramen mitt zwey Eysen Flügel, so auf- und zu können gemacht werden...

Noch weitere Arbeiten im Chor neben dem Hochaltar, eiserne Gitter usw. Dafür soll Wendling die fünf alten Fenster, 96 Pfund altes Eisen und noch zwei Reichsthaler als Lohngeld erhalten.

Die Abrechnung mit dem Wendling stimmte nicht genau, deshalb war er gezwungen, etliches Alteisen wieder zurückzugeben.

30.11.1730 - Versuch, mit Peter Wendling endgültig abzurechnen.

Das war deshalb schwierig, weil kein schriftlicher Accort gemacht gewesen, sondern mündlich abgeredt worden, dass das Eissen darahn sollte gewogen werden und in Natura bezahlt werden. Schließlich kann Pastor Johann Hammes bestätigen, dass alles seine Richtigkeit hat.

1731:

Rechnung an den Zehntherrn Graf von Metternich und Konsorten über 4 Reichsthaler und

6 Albus (Weißpfennige) wegen verschiedener Mahnschreiben usw. die Kirchenrenovation betreffend.

 

12.12.1731:

Anordnung des kurfürstlchen Assessors J. Müllem, dass – falls die Zehntherren ihre Schulden an der Kirchenrenovation in Mastershausen nicht zahlen – ihre Zehntabgaben zurückgehalten werden sollen.

1731:

Denen zehenden Bestendern zu Mastershausen wird hiermit anbefohlen, die Bestender Zehntfrüchte eher nicht zu liefern, bis dahin das Zillviehe (Zuchtvieh) jedes zur gebührlichen und gewöhnlichen Zeit angeschafft...Auf eine Anordnung vom 21. August 1704 wird ver-wiesen. Die Schwierigkeiten mit den Zehntherren tauchen immer wieder auf. Ob es dabei eine Rolle spielte, dass diese Zehntherren zum Teil katholisch, zum Teil aber auch nicht katholisch waren, sei dahingestellt.

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