Informationen zum Dorfzentrum (10)

//Informationen zum Dorfzentrum (10)

Informationen zum Dorfzentrum (10)

Nachdem am Freitag, dem 27. April die Auftaktveranstaltung mit den Vertreten von „M.Punkt RLP“ Volker Bulitta und seinem Mitarbeiter Markus Gietzen stattgefunden hatte, tagte das Projektteam am 4. Mai erneut. Durch die Sitzung führte Elke Haberkamp. Es ging bei diesem Treffen um die Frage, welche Räume in dem künftigen Ladengebäude enthalten sein sollten. Es geht dabei im Einzelnen um die folgenden Räume: Der Ladenbereich mit Café, der Getränkemarkt, kommunale Räume, der Saalbereich, der Vorplatz, der Freibereich, der Unterstand (Remise). Aufgrund der Empfehlungen des Projektteams zum Raumprogramm und der Zustimmung des Gemeinderates soll dann das Büro Bulitta eine grobe Kostenschätzung vornehmen.

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Zum Ladenbereich hatte Herr Bulitta in der vorigen Sitzung schon Größenangaben gemacht. Er hielt 150 (bis 200) Quadratmeter für erforderlich.

Darüber, dass es auch ein Café geben solle, waren sich alle Teilnehmer einig. Das Café solle in der vorderen, linken Ecke des Ladens untergebracht werden, dort sei auch der Außenbereich anzuschließen, das Café solle nicht zu groß sein, einige wenige Tische genügten, Nähe zur Kuchentheke und zur Kasse, Selbstbedienung, angenehme Atmosphäre, Kundentoilette, eine kleine Küche z.B. für belegte Brötchen und Snacks.

Ein Getränkemarkt solle eng mit dem Lebensmittelmarkt verzahnt sein. Die Getränke sollten über ein und dieselbe Kasse abgerechnet werden, die entsprechend zentral anzuordnen sei. Es sollten nicht zu viele unterschiedliche Getränkemarken angeboten werden, nur Bewährtes. Über einen Lieferservice müsse nachgedacht werden. Gekühlte Getränke sollten im Bereich der Theke vorgehalten werden, nicht im Bereich des Getränkemarktes.

Unter kommunalen Räumen sind zu verstehen: ein Bürgerbüro/Dienstzimmer des Bürgermeisters, ein Archiv, ein Touristbüro, ein Raum für Gemeindeschwester oder für einen Arzt. Hier wurde von den Teilnehmern für einen größeren Multifunktionsraum (oder auch für zwei kleinere Räume) plädiert, die für Sprechstunden des Bürgermeisters, für die Unterbringung der Gemeindeakten und das Gemeindearchiv genutzt werden sollten.

Sehr kontrovers wurde über den Vorschlag diskutiert, im 1. Stock des Ladengebäudes einen Gemeindesaal zu errichten. Elke Haberkamp gab zunächst einen Überblick über die vorhandenen Räume der Gemeinde:

  • Die Mehrzweckhalle (ca. 500 qm, ausgelegt für 480 Plätze, vorhanden 630 Stühle, hoher Nutzungsgrad, Auslastung vor allem durch Vereine, zusätzlich Vermietungen, für Feste usw.).

  • Sitzungssaal (84 qm, geringe Auslastung, alle 4 Wochen Altentag, Gemeinderatssitzungen, selten Familienfeiern).

  • das Begegnungscafé in der ‚Alt Schul‘ (60 qm, Bestuhlung für ca. 40 Besucher, jede Woche Begegnungsnachmittag, sonst fast keine Veranstaltungen).

  • Die Grillhütte (64 qm, im Sommer stark nachgefragt, oft zu geringes Platzangebot, vor allem für Grillfeste genutzt).

Elke Haberkamp stellte fest, dass in der Gemeinde trotz der vorhandenen Räume ein mittelgroßer Saal von etwa 200 qm Größe fehle. Solch ein Saal könne angeboten werden für Hochzeitsfeiern, Geburtstagsfeiern, Kirchliche Feste (Pfarrgemeindetag), Musikveranstaltungen, Chöre (Proben- und Aufführungsraum), Kurse (VHS) und andere Träger, Theater (statt der Theaterscheune), Tagungen (z.B. in Verbindung mit der Nutzung des Hauses Anna Christ als Hostel), Vereinsfeste, Vorträge).

Gegen das Vorhaben, im Laden-Neubau einen Saal unterzubringen, wurden folgende Argumente vorgebracht: die im Dorf vorhandenen Räume reichten aus; die Vereine hätte ihre eigenen Räume; ein neuer Saal werde viel zu teuer; das Begegnungscafé solle besser ausgelastet werden; evtl. könne die Grillhütte erweitert werden; man solle in der vorhandenen Halle ein Trennsystem einbauen.

Für das Vorhaben wurden die folgenden Argumente genannt: ein Saal fehle in M. schon lange; die meisten Dörfer hätten zwar nur einen einzigen Saal, der habe aber meist die richtige Größe und auch eine ansprechendes Flair (z.B. Bell und Buch). Die Nutzung der Grillhütte und die des Saales seien so verschieden, dass der Bau eines Saales weder Konkurrenz noch Verdoppelung bedeute. Der neue Saal werde unabhängig von der Grillhütte nachgefragt werden (und umgekehrt). Das Ambiente der Bürgerhalle sei und bleibe das einer Turnhalle. Sie sei ungeeignet für fast alle Feste, durchgehend dafür auch zu groß. Ein Trennsystem einzubauen, sei technisch kaum möglich und ändere auch nichts an der abträglichen Raum-Atmosphäre. Der Sitzungsraum reiche für Geburtstagsfeiern usw. oft nicht aus; es müsse fast immer auch noch das Foyer mitbenutzt werden. Es fehle eben ein mittelgroßer Saal. Der Theaterverein würde es begrüßen, wenn er einen Saal für Proben und Aufführungen zu Verfügung hätte. Die vorhandene Scheune sei in vielfacher Hinsicht sehr problematisch. Der zu errichtende Saal könnte für die Gäste des Hostels (Haus Anna Christ) als Tagungsraum dienen. Vorbild dafür seien „Meetings“ von Firmen, wie sie im Haus Etzkorn in Buch stattfänden. Für viele der oben angeführten Nutzungsarten gebe es zur Zeit und in Zukunft keine geeigneten Räume. Dies Defizit könne man mit einem Saal beseitigen. Ein eingeschossiger Bau ohne Saal sei im Vergleich zu einem zweigeschossigen Bau mit Saal nur wenig günstiger. Außerdem sei ein eingeschossiger Bau aus städtebaulicher Sicht unattraktiv.

Abschließend hielt einer der Teilnehmer ein Plädoyer zu Gunsten des Saalbaus: Wenn man jetzt einen Ladenneubau errichte, dann böte es sich an, die Gunst der Stunde zu nutzen und in einem weiteren Stockwerk auch noch einen Saal unterzubringen. Das sei die bei Weitem preiswerteste Lösung für einen Mangel, der schon seit Jahrzehnten bestehe. Aber man dürfe nicht nur an den nächsten Tag denken. Die Entscheidung für oder gegen einen Saal werde für die nächsten 10, 20 30 Jahre oder mehr Gültigkeit behalten. Entweder baue man jetzt oder nie. Es dürfe auch nicht nur darum gehen, Kosten zu vermeiden. Die Gemeinde sei wohlhabend und könne sich einen solchen Saal leisten. Es gehe darum, dass man das Dorf für die Zukunft fit mache. Viele der kleinen Dörfer im Umkreis würden wahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten sterben. Deren Bewohner würden dann ihren Wohnsitz in die Orte verlegen, deren Infrastruktur stimme. Daher müsse Mastershausen nicht kleckern sondern klotzen. Kindergarten, Grundschule, altengerechtes Wohnen, Arzt, Physiotherapie, Dorfzentrum mit Café, Dorfwärme – damit könne Mastershausen punkten. Und auch der neue Saal gehöre zu den sinnvollen Investitionen. Ein Saal sei zwar ein gewisser Luxus. Aber jetzt könne man ihn bauen. Ob das später noch einmal möglich sei, sei sehr fraglich.

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Obwohl es nicht direkt um den Raumbedarf des Dorfzentrums ging, wurde auch noch die Frage des Ausbaus des ehem. Wohnhauses Anna Christ zum Thema gemacht.

Es wurden Stimmen laut, die bezweifelten, dass ein Ausbau des Hauses sinnvoll sei: Das Haus sei baufällig und müsse abgerissen werden. Es sei und bleibe ein Schandfleck in der Gemeinde. Es sei eine Belastung für das Ambiente des Ladens. Es sei schwer oder unmöglich, dafür einen Investor zu finden. Statt hier ein Hostel zu eröffnen, sollten Zimmer mit ‚bed and breakfast‘ im Obergeschoss des Ladengebäudes an Stelle eines Saales angeboten werden.

Dagegen gab es Stimmen für den Erhalt des Hauses und seine Nutzung: Es fehle im Dorf eine Unterkunft für Gäste, die nur ein oder zwei Nächte bleiben wollten. Die Ferienwohnungen verlangten meist eine Bleibedauer von mindestens 3 Tagen oder einer Woche. Das Haus Anna Christ sei nicht baufällig, das habe das Büro Hachenberg überprüft. Im Gegenteil: Es sei fachlich festgestellt worden, dass es lohne, das Haus wieder herzurichten, falls eine sinnvolle Nutzung dafür gefunden werde. Im Gegensatz zum Ladengebäude sei hier ein Investor sinnvoll, der das Haus umbauen und zum Beispiel als Hostel mit ca. 8 bis 12 Räumen betreiben könne. Um das Haus für einen Investor attraktiv zu machen, müsse der Kaufpreis von der Gemeinde drastisch auf einen nur symbolischen Wert gesenkt werden. Man solle versuchen, für das Haus einen Schutzstatus zu erreichen, durch den sowohl die Kosten des Umbaus als auch die des Betriebs gesenkt werden könnten. Man solle gemeinsam das Haus Etzkorn in Buch besichtigen, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie ein angeblich abbruchreifes Haus erfolgreich genutzt werden könne. Ohne das Wohnhaus Christ fehle dem städtebaulichen Ensemble von Ladengebäude und Fachwerkhaus ein entscheidender Bestandteil. Man solle nicht ohne Not das alte Fachwerkhaus beseitigen.

Als Fazit aus der gesamten Diskussion wurde einhellig dafür plädiert, dass das Büro Bulitta eine grobe Kostenschätzung für zwei Alternativen vornehmen solle: Eine Vollversion des Gebäudes mit Saal und eine Sparversion des Bauvorhabens ohne Saal.

Als Thema für die nächste Sitzung nannte Elke Haberkamp die Betriebsform des Ladens. Es werde um die Frage gehen, ob eine Genossenschaft, ein wirtschaftlicher Verein oder eine GmbH oder eine andere Betriebsform für unseren Bedarf richtig sei. Termin der nächsten Sitzung: Freitag, der 25. Mai um 18.30 Uhr, Sitzungssaal Bürgerhalle.

V.i.S.d.P.: Michael Haberkamp

2018-05-11T08:42:30+01:00 Mai 11th, 2018|