Informationen zum Dorfzentrum 12

//Informationen zum Dorfzentrum 12

Informationen zum Dorfzentrum 12

Am 19. Dezember 2018 fand eine Gemeinderatssitzung statt, bei der es im öffentlichen Teil ausschließlich um das Projekt Dorfzentrum ging. Dazu waren Herr Hachenberg und Frau Häuser vom Planungsbüro Stadt-Land-plus erschienen, ebenso Herr Klems von der Firma DORV sowie die Frau Werner von der Verbandsgemeinde Kastellaun. Auftragsgemäß stellte das Büro Stadt-Land-plus an diesem Abend verschiedene Varianten vor, wie das Dorfzentrum verwirklicht werden könnte.

VARIANTE 1 A
2-geschossiger Neubau mit einem Verbrauchermarkt im Erdgeschoss und mit einem Saal im Obergeschoss
– das Wohnhaus „Steins-Reidasch“ bleibt erhalten.

Aufsicht
Aufsicht
Schnitt
Schnitt
Grundriss Parterre
Grundriss Obergeschoss
Grundriss Obergeschoss

Kostenschätzung: Bruttobaukosten in Höhe von 1.700.000 €.

VARIANTE 1 B

2-geschossiger Neubau mit einem Verbrauchermarkt im Erdgeschoss und mit einem Saal im Rohbaustandard, zum späteren Ausbau im Obergeschoss – das Wohnhaus „Steins-Reidasch“ bleibt erhalten.
Bei der Variante 1B wurden alle Leistungsbereiche des Ausbaus für den Saal (z.B. Putzarbeiten, Estricharbeiten, Trockenbau, etc.) und technische Anlagen (z.B. Elektrik, Aufzug, etc.), die später geleistet werden können, in Abzug gebracht.

Diese Kostenschätzung ergibt Bruttobaukosten in Höhe von 1.450.000 €.



VARIANTE 2

1-geschossiger Neubau mit einem Verbrauchermarkt (ohne Saal im Obergeschoss)
– das Wohnhaus „Steins-Reidasch“ bleibt erhalten

Aufsicht
Aufsicht
Schnitt
Schnitt

Diese Kostenschätzung ergibt Bruttobaukosten in Höhe von 1.000.000 €.

VARIANTE 3

1-geschossiger Neubau mit einem Verbrauchermarkt und einem Saal als Winkelbau – das WohnhausSteins-Reidasch“ist bei dieser Variante abgerissen.

Aufsicht
Aufsicht
Grundriss und Schnitt
Grundriss und Schnitt

Die Kostenschätzung ergibt Bruttobaukosten in Höhe von 1.340.000 €.

Für die Variante 3 hat die Firma DORV eine eigene Konzeption für die Raumnutzung vorgelegt:

Nutzungen laut DORV
Nutzungen laut DORV
  1. Ladenbereich: Auf Grundlage der DORV-Konzeption von Läden steht im Mittelpunkt des Verbrauchermarktes eine Bedieninsel mit Kasse zur Bedienung von Frischetheke, Bedienung von Backwaren, Dienstleistungen und Bestellungen usw.
  2. Getränke und Kühlung: Getränke können im Ladenbereich integriert werden. Bezahlung an der zentralen Kasse. Lager mit Außenzugang. 24-Stunden-Anlieferzone (Pakete, Lebensmittel usw.). Kühlräume abhängig vom späteren Warenangebot.
  3. Multifunktionsraum: Flexible Trennwand zum Café, dadurch auch Veranstaltungen außerhalb der Öffnungszeiten des Ladens möglich; Foyer, WC und Küche auch außerhalb der Ladenzeiten erreichbar.
  4. Café: Direkte Verbindung zum Laden, direkte Verbindung zum Multifunktionsraum, sep. Zugang zur überdachten Außenterrasse, Bedienung über Bedieninsel (oder: Küche).
  5. Küche: Sollte das Café, den Saal und den Multifunktionsraum bedienen können.
  6. Büro/Sozialraum: Zusammen mit der separaten Personaltoilette besteht hier die Möglichkeit für Umkleide und Rückzug von Personal. Aber auch die Verwaltung des Ladens kann hier angesiedelt werden.
  7. Foyer: Eingang zum Saal, Abendeingang zum Multifunktionsraum, Nebeneingang zum WC, Garderobe usw.
  8. Stuhllager für die Möbel des Saales
  9. Technik: Zugang auch von außen.

Herr Hachenberg ging im Anschluss an die Darstellung der drei Varianten fast ausschließlich auf die Variante 3 ein. Er merkte an, dass aber auch eine Variante 3 B möglich sei, bei der der Saalbau erst in einem 2. Bauabschnitt errichtet würde (oder evtl. auch ganz wegfalle). Er zeigte eine Reihe von Beispielen für Außenansichten und Innenansichten von Läden, zum Beispiel einen Laden in Mittelberg/Allgäu:

Mittelberg
Mittelberg
Guldenthal
Guldenthal

Herr Hachenberg sah Möglichkeiten der Förderung des Projektes durch Leader, aber auch durch das Holzbau-Cluster Rheinland-Pfalz und durch die Dorferneuerung. Er schätzte die mögliche Höhe der Förderung auf insgesamt 30 Prozent der Gesamtbaukosten.

Ausgehend von einem Vorschlag, der bei der Besichtigung des Geländes am 3. Dezember 2018 von Mitgliedern der ADD geäußert wurde, wurde lange über die Frage diskutiert, ob es sinnvoll sei, die Pläne für einen Saalbau aufzugeben und statt dessen den bisherigen Sitzungsraum in der Bürgerhalle durch Einbeziehung der Küche so auszuweiten, dass darin Platz für ca. 100 Personen vorhanden wäre (90 qm + 74 qm = 164 qm). Außerdem wurde vorgeschlagen, die Bücherei in das künftige Dorfzentrum zu verlagern und eventuell mit dem Café räumlich zu verbinden. Die bisherige Bibliothek könnte als Bürgermeisterdienstzimmer und als Archiv genutzt werden, oder aber auch als Lagerfläche. Eine kleine Machbarkeitsstudie sei sinnvoll, um die Möglichkeiten des Umbaus der Bürgerhalle zu überprüfen. Eine solche Umbaumaßnahme würde voraussichtlich durch den I-Stock (Investitions-Ausgleichs-Stock) gefördert. Es wurde verabredet, dass ein Belegungsplan des zurückliegenden Jahres für alle Veranstaltungs-Räume der Gemeinde an das Büro Stadt-Land-plus geschickt wird. Außerdem solle es ein Treffen mit dem Personal der Bibliothek geben.

Herr Klems begrüßte den Vorschlag des Umbaus der Bürgerhalle und der Verlagerung der Bücherei in das Dorfzentrum. Man brauche Ankerpunkte. Die Verlagerung der Bücherei sei solch ein Ankerpunkt. Wer in die Bücherei gehe, werde dann vielleicht auch einen Kaffee trinken und/oder den Laden aufsuchen. Er wiederholte, dass es sich bei dem Dorfzentrum um ein Dienstleistungszentrum handele. Ein Lebensmittelladen ohne flankierende Einrichtungen habe in Mastershausen keine Chance. Dass ein Laden mit ergänzenden Dienstleistungen wirtschaftlich betrieben werden könne, habe die Hochrechnung ergeben. Ein Businessplan, der die Wirtschaftlichkeit noch genauer erfasse, sei sinnvoll, aber zunächst müssten die Rahmenbedingungen feststehen, ehe solch ein Plan vorgelegt werden könne. Im Übrigen ließen sich der Multifunktionsraum und das Café im Neubau auch so miteinander verbinden, dass dort auch Veranstaltungen außerhalb der Ladenöffnungszeiten stattfinden könnten.

Erneut wurde die Frage erörtert, ob ein Laden auch ohne Backwaren auskommen könne. Herr Klems bestätigte noch einmal, dass ein Laden auch ohne Backwaren lebensfähig wäre. Dafür kenne er eine ganze Reihe von Beispielen. Aber es müsse doch eine Kooperation mit dem vorhandenen Bäckereibetrieb möglich sein. Das sei doch die beste Lösung.

Auch über die Möglichkeit, das Wohnhaus als Gästehaus durch einen Investor betreiben zu lassen wurde gesprochen. Elke Haberkamp informierte über das Interesse eines Investors an dem Projekt. Der Investor habe aber schließlich doch abgesagt. Ein neuer Investor für einen hochwertigen Ausbau dürfte kaum zu finden sein. So spricht viel dafür, dass das Wohnhaus abgerissen wird, zumal die Variante 3 sonst nicht verwirklichbar wäre.

Im Übrigen gab Herr Hachenberg zu bedenken, dass Mastershausen ja ein „Leuchtturmprojekt“ werden könne. Unter einem Leuchtturmprojekt versteht man ein vorbildliches Vorhaben, das neben dem eigentlichen Zweck auch eine Signalwirkung für zahlreiche Folgevorhaben geben soll. Die Bundesregierung nominiert solche Projekte und fördert sie. Zusammen mit den vorhandenen Windkraftanlagen und der Fotovoltaikanlage, dem geplanten Nahwärmeprojekt und dem geplanten Dorfzentrum hätte Mastershausen gute Chancen, als klimafreundliches Dorf anerkannt zu werden. Man solle eine Klausurtagung ansetzen, bei der der Klimawandelanpassungscoach, Herr Kotremba, (Stiftung Ökologie und Demokratie) über Klimafolgen und die Konsequenzen für die Planung und Ausführung der Projekte referieren könnte. Zu der Klausurtagung sollten Herr Pohlmeyer (Holzbau-Cluster Rheinland Pfalz), Herr Schäfer (ibs Stromberg), Herr Hachenberg (Stadt-Land-plus) und Herr Klems (DORV) eingeladen werden. Mit diesem Plan war der Rat einverstanden, die Klausurtagung solle baldmöglichst (an einem Samstag) angesetzt werden.

Festgelegt wurde außerdem, dass schnellstmöglich Belegungspläne zu allen Veranstaltungsräumen der Gemeinde Mastershausen an Stadt-Land-plus zur weiteren, vertiefenden Abklärung über Fördermöglichkeiten weitergeleitet werden. Für eine Entscheidung darüber, ob ein zusätzlicher neuer Saal in Verbindung mit dem Dorfzentrum angestrebt werden soll, sind die Erkenntnisse zur Belegungsdichte der vorhandenen Räumlichkeiten ebenso so sinnvoll, wie eine kleine Machbarkeitsstudie (Anregung der Vertreter der ADD) für eine Erweiterung des Sitzungsraumes unter Einbeziehung des Küchentraktes, die Aufschluss darüber gibt, wie in der vorhandenen Bausubstanz der Bürgerhalle ein mittelgroßer Saal geschaffen werden könnte. Außerdem muss zügig ein Arbeitstreffen mit dem Personal der Bibliothek terminiert werden, um abzuklären, welche Möglichkeiten sich durch eine Verlagerung der Bibliothek in das Dorfzentrum ergeben könnten. Erkenntnisse aus dieser Abklärung und auch das Ergebnis der Machbarkeitsstudie sind notwendig für die Entscheidung darüber, welche Planvariante und welche neu hinzu gekommenen Überlegungen für die Vorplanung des Dorfzentrums zugrunde gelegt werden sollen.

Der Business-Plan kann dann auf der Basis der Vorplanung erstellt werden.

Damit rechtzeitig zur Antragsfrist für die Fördermittel aus der Dorferneuerung (1. Aug. 2019) der Entwurf für das Dorfzentrum vorliegen kann, muss die Vorplanung im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein, darauf wies Herr Hachenberg hin.

Fazit: Das Projekt Dorfzentrum ist wieder einen Schritt vorangekommen. Aber es bleibt auch noch viel zu tun. Der Rat wird außer den oben beschriebenen Aufgaben auch noch klären und festlegen müssen, in welcher Reihenfolge die anstehenden Projekte Dorfzentrum, Nahwärme, Friedhofgestaltung usw. verwirklicht werden sollen. Vielleicht entspricht es nicht nur der Sicht der Arbeitsgruppe Dorfzentrum, dass das Projekt Dorfzentrum Priorität genießen sollte. Denn damit wird ja die Grundversorgung mit Lebensmitteln für alle Bürger im Dorf sichergestellt. Und das Dorfzentrum wird zugleich ein wichtiger Kommunikationsort für alle Bewohner sein. Außerdem sollte das Dorfzentrum seine Türen öffnen, bevor der letzte Laden im Dorf seine Tür schließt.

Michael Haberkamp, Schriftführer der Arbeitsgruppe

Mastershausen, den 25. Dezember 2018

2018-12-28T12:48:49+00:00 Dezember 28th, 2018|