Masdascher Flüchtlingshilfe informiert 2

//Masdascher Flüchtlingshilfe informiert 2

Masdascher Flüchtlingshilfe informiert 2

Am Samstag, dem 10. Januar folgten knapp 40 Besucher der Einladung der „Masdascher Flüchtlingshilfe“ zu einer Zusammenkunft mit den syrischen Flüchtlingen, die nun schon vier Wochen im Dorf leben, im Begegnungscafé der „Alt Schul“. Vor wenigen Tagen ist ein weiterer Flüchtling hinzugekommen, ein junger Palästinenser, der auch bei dieser Versammlung mit dabei war. Gekommen waren auch der Bürgermeister, Jürgen Schneiders, und mehrere Gemeinderäte.
Steffi Kraus stellte die Flüchtlinge kurz vor. Einige von ihnen können auch schon ein paar Worte deutsch sprechen. Aber die anderen sprechen nur arabisch, bis auf einen, der ganz gut englisch spricht. So war es gut, dass ein Ägypter, der schon lange im Hunsrück lebt, als arabischer Dolmetscher anwesend war. Unser alter Lehrer Josef Peil gibt den Flüchtlingen regelmäßig Sprachunterricht. Und er hatte, wie er an diesem Nachmittag sagte, noch nie so gute, fleißige und lernbegierige Schüler. Herr Peil bat alle Dorfbewohner, mit den Flüchtlingen deutsch zu sprechen, aber nicht Ausländerdeutsch, sondern in ganzen Sätzen, und in Hochdeutsch. Sonst würden die Flüchtlinge nie gutes Deutsch lernen.
Steffi Kraus lobte die große Hilfsbereitschaft, die es im Dorf von Anfang an gab. So wurde bei ihr und auch bei Alexandra Prigl schon eine Menge an Kleidung und Schuhen, Bettwäsche und Hausrat abgegeben. Auch die Weihnachtsaktion mit den Gutscheinen war ein großer Erfolg. Inzwischen sind auch schon drei Fahrräder gestiftet worden, die den Flüchtlingen demnächst (als Leihgabe) übergeben werden. Die Firma Rauch hat schon Möbel gestiftet, die die Wohnsituation der Syrer verbessern helfen. Und darüber hinaus stehen den Flüchtlingen viele Leute im Dorf, vor allem auch die Nachbarn, mit Rat und Tat zur Seite. Für Fahrdienste könnten allerdings noch Leute gebraucht werden (bitte melden!).
Steffi Kraus wies auch noch einmal darauf hin, dass es keinen Grund gebe, auf die Flüchtlinge neidisch zu sein. Sie erhielten so wie auch andere Einwohner von Mastershausen Zuwendungen vom Kreis in Höhe der Hartz-IV-Sätze. Im Unterschied zu deutschen Sozialhilfeempfängern hätten sie aber, als sie zu uns kamen, nur das besessen, was sie am Leibe trugen. So brauchten sie unsere besondere Hilfe. Dass sie Handys besitzen, sei verständlich. Die seien das einzige Mittel zur Kommunikation mit ihren Angehörigen.
Das Programm für den Nachmittag bestand im Übrigen darin, dass Kaffee und Kuchen genossen wurden. Statt einer Bezahlung war um eine Spende gebeten worden. Am Ende gab es nach Abzug aller Unkosten, einen Überschuss von 130,00 Euro. Herzlichen Dank allen, die freigiebig Geld gespendet haben. Es fließt in die Kasse der „Masdascher Flüchtlingshilfe“, die Josef Peil verwaltet.
Danach zeigt Michael Haberkamp Fotos aus Syrien. Er zeigte Bilder von der syrischen Wüste, die Zweidrittel des Landes ausmacht. Und er zeigte Bilder von den beiden größten Städten des Landes, Damaskus und Aleppo. Damaskus, woher auch zwei unserer Flüchtlinge kommen, hat sechseinhalb Millionen Einwohner, und Aleppo, woher einer unserer Flüchtlinge stammt, zweieinhalb Millionen. Während die Fotos, die vor dem Krieg gemacht worden waren, ein schönes Land zeigten, große, geschäftige, pulsierende Städte, ähnelten die Fotos, die Aleppo und Damaskus heute zeigten, denen von Köln oder Dresden nach dem zweiten Weltkrieg.
Schließlich berichteten die Flüchtlinge noch etwas aus ihrem Leben. Der Dolmetscher fasste ihre Erfahrungen und seine eigenen zusammen, wenn er von dem schlimmen Umschwung sprach, den es in Syrien (und vorher auch schon in Ägypten) gab, dass Menschen, die vorher friedlich miteinander gelebt hätten, auf einmal zu Feinden geworden seien, die sich mit Waffen bekämpften. Unsere Syrer haben selbst keine eigene Familie, sind unverheiratet, aber alle haben noch Verwandte in Syrien, um die sie sich Sorgen machen. Sie hoffen, hier in Deutschland leben und arbeiten zu können, um ihre Angehörigen in Syrien unterstützen zu können.
Steffi Kraus wies zum Schluss darauf hin, dass es weiterhin beim Bäcker und beim Begegnungscafé einen Aushang geben werde, dem zu entnehmen sei, was jeweils gesucht werde. Zur Zeit werden 1 Fahrrad und ein normaler Kühlschrank gesucht. Hinweise bitte unter 06545-282 996 9 oder 06545-6778. Sie dankte allen Helfern, die Kuchen gebacken hatten und in der Küche geholfen hatten.
Der größte Erfolg der Veranstaltung war wohl das große Interesse aller Besucher an den Fremden, die große Offenheit, mit der sie den Flüchtlingen begegneten, und die Freude, solchen Menschen helfen zu können. Umgekehrt haben die Flüchtlinge erlebt, dass sie in unserem Dorf willkommen sind und dass sie auf Beistand rechnen können, wenn sie ihn brauchen. Das werden sie wohl nie vergessen.
M.H. 11. Januar 2015

2017-06-13T08:41:45+01:00 Januar 12th, 2015|