Masdascher Flüchtlingshilfe informiert (3a)

//Masdascher Flüchtlingshilfe informiert (3a)

Masdascher Flüchtlingshilfe informiert (3a)

Anfang  Dezember  begrüßten  wir  hier  bei  uns  die  ersten  beiden Asylsuchenden,  zwei  Syrer, Mahmoud und Anas, die viele Leute in Mastershausen dann auch persönlich kennen gelernt haben.
Inzwischen sind so viel neue Asylsuchende hinzu gekommen, dass Außenstehende den Überblick verloren haben dürften.
Im Januar zog ein Ägypter in die Alte Mädchenschule ein, 33 Jahre alt, koptischer Christ, der auch jetzt noch dort lebt und den ebenfalls viele Masdascher kennen: Rida, der zur Zeit einen 1-Euro-Job bei der Gemeinde hat. Er hilft den Gemeindearbeitern bei der Erledigung ihrer Aufgaben.
Ebenfalls  im  Januar  kam  ein  weiterer  Syrer zu uns,  Mahmoud  S.,und  wenig  später  ein palästinensischer Libanese, Mahmoud N.. Dass nun gleich drei der Bewohner Mahmoud hießen, machte uns schon Probleme. Aber wir hielten sie dann auseinander, indem wir sie nummerierten:
Mahmoud I, II und III.
Im Februar wurden dann die beiden Syrer der ersten Stunde als „Flüchtlinge“ anerkannt und erhielten zugleich eine Aufenthaltserlaubnis von zunächst 3 Jahren. Ihnen wurde aber auch nahe gelegt, dass sie die bisherige Unterkunft zu verlassen hätten, sich also eine eigene Wohnung zu suchen hätten. Doch  das  war nicht so einfach. Wenig später  wurde  auch  Mahmoud  II  als „Flüchtling“ anerkannt, auch er musste also die Alte Mädchenschule verlassen.
Ebenfalls  Anfang  Februar  kamen fünf  junge Frauen zu uns, die alle in der oberen Etage untergebracht wurden: vier Frauen zwischen 18 und 22 Jahren aus Somalia und eine junge Frau aus Eritrea. Eine der Frauen brachte ihren Ehemann mit, auch er ist erst um die 20 Jahre alt. Die Eritreerin heißt Melat, die Somalierinnen heißen Deeqa, Yaasmin, Farah und Nimo. Und Nimos Ehemann heißt Mustafe. Unser Problem war damals und ist heute noch, dass wir mit der Verständigung erhebliche Probleme haben. Wer spricht schon somalisch? Und wer amharisch?
Im März gelang es uns, für Mahmoud I und Anas eine Wohnung in Kastellaun zu finden, wo sie seitdem weiterhin den Integrationskurs besuchen. Mahmoud II verließ Mastershausen Ende März Richtung Wuppertal, wo ein Freund von ihm lebt und wo er nun auch schon ein paar Wochen wohnt. Und Mahmoud III wurde Ende März nach Kastellaun verlegt, wo er weiter auf seine Anerkennung wartet.
Dafür erschienen dann Ende März schon bald zwei neue Bewohner, zwei Männer aus dem Kosovo. Mit ihnen war die Verständigung praktisch überhaupt nicht möglich, sie sprachen nur albanisch.
Doch die beiden, Walmir und Redja, wohnten nur einen Monat bei uns, dann wurden sie wieder verlegt. Dafür kamen dann zwei junge Serben zu uns, Miljan und Danijel, die auch heute noch bei uns leben. Mit ihnen kann immerhin Freddy Prigl reden, der fließend serbisch spricht.
Und jetzt, Mitte Mai, soll ein weiterer Mann dazu kommen, ein Albaner, den wir alle noch nicht kennen, 24 Jahre alt. Dann werden vier Männer im Parterre der Alten Mädchenschule wohnen:
Rida,  Miljan, Danijel und der Albaner, und oben fünf Frauen und ein Mann:  Melat, Deeqa, Yaasmin, Farah und Nimo mit ihrem Ehemann Mustafe. Und wir rechnen damit, dass im Parterre der Alten Mädchenschule bald noch weitere Gäste einziehen werden, so dass das Haus dann mit 12 Personen voll belegt sein wird. Seit Mitte des Monats Mai hat im Übrigen die Verbandsgemeinde viele der Aufgaben übernommen, die bisher beim Kreis lagen, so auch die  Betreuung  der Wohngruppen.
Leider gibt es außer dem schon erwähnten Sprachproblem, an dem vor allem Josef Peil arbeitet, indem er regelmäßig Sprachunterricht erteilt, auch noch andere Probleme. So haben gleich zwei der somalischen Frauen Schwierigkeiten, weil ihre Ehe in Deutschland nicht anerkannt wird. Beide haben „nur“ nach islamischem Ritus geheiratet. Aber diese Eheschließung wird von deutschen Behörden genau so wenig anerkannt wie bei uns die kirchliche Trauung ohne standesamtliche Hochzeit. So lange beide aber nicht als verheiratet gelten, können sie auch nicht mit ihrem Ehemann zusammen leben. So lebt der Ehemann der einen Somalierin in Bad Kreuznach. Und die andere Somalierin soll von ihrem Ehemann, der bisher hier mit ihr zusammen untergebracht war, getrennt werden, und das, obwohl sie ein Kind von ihm erwartet. Eine nachträglichestandesamtliche Trauung nach deutschem Recht scheitert aber an den fehlenden Papieren. Woher sollen sie eine Geburtsurkunde bekommen? In Somalia gibt es so etwas nicht. Und einen Pass besitzen sie auch nicht. Für alle Somalis und Moslems gelten die beiden als verheiratet. Für alle deutschen Beamten als unverheiratet. Was nun?
Bericht: Michael Haberkamp 18. Mai 2015

2017-06-13T08:38:03+01:00 Mai 21st, 2015|