Masdascher Flüchtlingshilfe informiert (7)

//Masdascher Flüchtlingshilfe informiert (7)

Masdascher Flüchtlingshilfe informiert (7)

Vier Monate sind vergangen seit der letzten Information der Flüchtlingshilfe. In dieser Zeit hat sich Einiges ereignet.

 

  • Die Farah hat die Erlaubnis erhalten, zu ihrem Mann Yahya nach Kreuznach zu ziehen. Und sie hat jetzt, Ende April, gerade ihr Kind zur Welt gebracht: Jakob heißt der Junge.

 

  • Die Deeqa hat ihren Moukthaar geheiratet, der in Dillendorf lebt. Beide werden aber im Laufe des Monats Mai nach Kirchberg umziehen, wo sie eine gemeinsame Wohnung bekommen werden. Auch die Yaasmin hat (Ende April) geheiratet, und zwar – so wie Farah und Deeqa auch – nach islamischem Ritus in der Moschee in Simmern. Der Bräutigam heißt Ahmed und lebt zur Zeit in Kempten. Ob die beiden zusammenziehen können, steht dahin.

 

  • Die Melat ist Ende April als „Flüchtling“ anerkannt worden. Das ist sehr erfreulich. Allerdings muss sie nun die Unterkunft in Mastershausen verlassen. Wir suchen für sie in Kastellaun eine kleine Wohnung. Sie wird in Kastellaun den Integrationskurs besuchen, der am 9. Mai im Haus Bretz beginnt.

 

  • Und seit mehreren Wochen gibt es eine neue Bewohnerin in der Alten Mädchenschule: Ayan mit ihrem Baby, das den Namen Yahya trägt. Auch sie ist wie Farah, Deeqa und Yaasmin Somalierin. Und Yahya ist der Star auf der zweiten Etage.

 

  • Im Parterre, wo die Männer wohnen, hat sich nichts geändert. Dort leben nach wie vor die vier Eritreer Abdo, Yared, Habtom und Shishay. Die haben jetzt schon vier Monate lang einen Sprachkurs in Kastellaun besucht. Und sie verstehen schon ganz gut Deutsch, sprechen es aber noch schlecht oder auch gar nicht. Sie alle hoffen, wie die Melat den Integrationskurs in Kastellaun besuchen zu können, der am 9. Mai beginnt. Noch fehlt für zwei von ihnen die Zulassung.

 

Alle Frauen und Ingrid

Foto (v.l.n.r.): Melat, Yaasmin, Deeqa, Ingrid und Ayan

In diesen vier Monaten gab es für die Mitglieder der „Masdascher Flüchtlingshilfe“ wieder viel zu tun. Wieder standen dabei die anfallenden Fahrten im Mittelpunkt. Die somalischen Frauen mussten an vier Tagen in der Woche mittags nach Kastellaun zu ihrem Sprachkurs gebracht werden, weil um diese Zeit kein Bus dorthin fährt. Alle Bewohner waren in diesem Zeitraum mindestens ein Mal in der Kreisverwaltung in Simmern, wo sie beim Ausländeramt ihre Aufenthaltserlaubnis verlängern müssen. Fast alle Männer und Frauen waren in dieser Zeit einmal oder sogar mehrmals beim Facharzt in Kastellaun, Simmern oder sogar Koblenz. Und dann gab und gibt es mindestens einmal pro Woche eine Fahrt nach Kastellaun, damit unsere Schützlinge dort einkaufen gehen können. All das wäre einfach zu managen, wenn die Asylsuchenden die vorhandene Busverbindung nutzen könnten. Dann brauchten sie keine Fahrdienste der Ehrenamtlichen. Aber der ‚Bus nach Kastellaun kostet 3,70 Euro, hin und zurück 7,40 Euro. Das können die Asylbewerber nicht bezahlen. Ihnen ist gerade ihr Budget auf 285,00 Euro im Monat gekürzt worden. Das ist weniger als Hartz IV. Damit können sie keine großen Sprünge machen.
Seit einem Jahr versuchen wir, auf den verschiedenen politischen Ebenen für ein FlüchtlingsTicket zu werben, bisher vergeblich. Die Gemeinden sagen, das sei Aufgabe der Verbandsgemeinde, die Verbandsgemeinde zeigt auf den Kreis, der Kreis auf’s Land. Nun hat der Verbandsbürgermeister gerade auf seine Anfrage bei der Ministerin hin die Auskunft erhalten, dass diese Aufgabe eindeutig in den Kompetenzbereich des Kreises falle. Und an den hat der Bgm. Keimer inzwischen eine Anfrage gerichtet mit dem Ziel, den Kreis zu bewegen, in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Rhein-Mosel GmbH eine Lösung des Problems zu entwickeln. Es bleibt abzuwarten, ob unser Landrat, Dr. Bröhr, und der Kreistrag sich für eine Regelung stark machen werden, die unseren Flüchtlingen zugutekommt. Unser Vorschlag, den der Bgm Keimer auch aufgegriffen hat, ist der, dass den Flüchtlingen, in deren Budget ein Posten von ca. 20 Euro für Fahrtkosten enthalten ist, dieser Betrag einbehalten wird und dafür ein Busticket ausgehändigt wird, mit dem sie zumindest ihre Sprachkurse kostenlos erreichen können. Wir hoffen, dass es möglichst in absehbarer Zeit landesweit einmal zu solch einer Regelung kommen wird. Denn die Gruppe der regelmäßigen Fahrer ist klein und die Belastung für die ehrenamtlichen Fahrer daher hoch. Wie wäre es, wenn Sie sich bei uns melden würden, weil Sie sich denken könnten, ab und zu eine Fahrt zu übernehmen? Das würde uns freuen.
Kontakt: Michael Haberkamp Ruf 06545 – 6778

2017-06-13T08:29:07+01:00 Mai 22nd, 2016|