Masdascher Flüchtlingshilfe informiert

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Masdascher Flüchtlingshilfe informiert

Am Samstag, dem 24. Oktober fand im Begegnungscafé eine Zusammenkunft der Flüchtlinge mit interessierten Masdascher Bürgern statt.

Nicht nur zwei der somalischen Frauen (Farah, Deeqa) und unsere Eritreerin (Melat) sowie der älteste Bewohner der Unterkunft in der Mittelstraße, Rida aus Ägypten, waren anwesend sondern auch die Bewohner der ersten Stunde, die beiden Syrer Mahmoud und Anas, die inzwischen in Kastellaun wohnen, und Yahya, der Ehemann von Farah, der in Bad Kreuznach lebt, sowie Mouchtar, der Freund von Deeqa, der in Dillendorf wohnt, beide auch aus Somalia. Aus Masdasch und Bell waren ca. 30 Gäste erschienen, die miterlebten, wie sämtliche Flüchtlinge sich in deutscher Sprache vorstellten, allen voran Mahmoud und Anas, die schon richtig gut Deutsch sprechen.
Zur Freude der Masdascher konnten die Somalier auch schon in Mundart grüßen. Sie sagten „Morje!“, was aber im Somalischen „Kartoffelstampfer“ bedeutet.

 

Masdascher Flüchtlingshilfe -26.10.2015
Zu Beginn sangen die Aktiven der „Masdascher Flüchtlingshilfe“ zur Gitarre den Song von Hannes Wader: „Gut wieder hier zu sein, gut Euch zu seh’n!“

Dann rief Elke Haberkamp einige Stationen der nun schon einjährigen Geschichte der „Masdascher Flüchtlingshilfe“ in’s Gedächtnis, angefangen von deren Gründung im August des vorigen Jahres über die ersten Flüchtlinge im Dezember 2014 bis hin zu den jetzigen Bewohnern, die ja auch fast alle anwesend waren. Sie beschrieb auch die Schwierigkeiten, mit denen die Betreuer zu kämpfen haben, an erster Stelle das Verständigungsproblem, weil es zum Beispiel für die Somalier nicht mal einen Dolmetscher gibt. Aber sie erwähnte auch das Problem, Fahrer zu finden, die die Flüchtlinge nach Kastellaun oder Simmern fahren. Die Busse sind für die Flüchtlinge einfach zu teuer. So werden die Frauen und Männer seit Jahr und Tag von ehrenamtlichen Helfern zu den Sprachkursen, zum Einkaufen, zum Arzt, zur Kreisverwaltung usw. gefahren. Weder die Gemeinde noch die Verbandsgemeinde noch der Kreis noch das Land waren bisher bereit, für die Fahrten der Asylbewerber zu den Sprachkursen ermäßigte Tickets zur Verfügung zu stellen. Josef Peil beschloss den Rückblick mit Erinnerungen an den Sprachunterricht, den er nun seit einem Jahr regelmäßig im Haus an der Mittelstraße erteilt.
Mittels einer Power-Point-Präsentation gab es dann Informationen zu den Ländern, aus denen die derzeitigen Bewohner der Unterkunft in der „Alten Mädchenschule“ stammen: Eritrea, Somalia und Ägypten. Michael Haberkamp zeigte anhand von Fotos die Schönheit von Ländern wie Somalia und Eritrea auf. Er berichtete aber auch von den verheerenden politischen Zuständen in diesen Ländern: der Diktatur in Eritrea mit willkürlichen Verhaftungen, Straflagern, Folter und der Verfolgung von religiösen Minderheiten; und der Rechtlosigkeit in Somalia, den marodierenden Islamisten, den Piraten, den Sklavenarbeitern, der Unterdrückung der Frauen; auch von der Verfolgung der koptischen Christen in Ägypten, vor allem auch in der Region Minya, woher der Rida stammt, den ja inzwischen fast alle Masdascher kennen.
Steffi Kraus beschloss die Darstellung mit einem Gedicht von Konstantin Wecker.

Angelika Thomas stellte dann die „orientalischen Köstlichkeiten“ vor, die von dem Vorbereitungsteam, zu dem eine ganze Reihe von Frauen aus dem Dorf gehörten, zusammen mit den Flüchtlingen vorbereitet waren. Es war eine lange Liste von
Speisen, die dann serviert wurden, darunter zum Beispiel Falafeln, Couscous–Salat, Tabbouleh, Kofta oder namibischer Bananenkuchen. Und alles fand großen Anklang bei den Besuchern. Böse Zungen unken ja zuweilen, die Flüchtlinge würden nie etwas für uns tun, immer nur wir für sie. An diesem Tag konnte man das das Gegenteil erleben: Die Flüchtlinge bedankten sich mit dem, was sie zubereitet hatten, für all das, was ihnen an Hilfe und Sympathie von den Menschen im Dorf entgegengebracht wurde und wird. Das kam gut an. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Guten Abend, gute Nacht“, wieder mit Elke Haberkamp an der Gitarre, schloss die Veranstaltung, bei der sich die Besucher fast drei Stunden lang gut unterhalten fühlten.

 

Masdascher Flüchtlingshilfe informiert 24.10.2015
Nun sehen wir der Ankunft von vier neuen Asylbewerbern entgegen, die am Donnerstag, dem 29. Oktober erwartet werden. Es sind eritreeische Männer zwischen 18 und 30 Jahren, die bei uns Schutz suchen und die unsere Hilfe brauchen. Trotz der großen Probleme mit der großen Zahl von Flüchtlingen, die derzeit nach Deutschland kommen, ist die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung zum Glück nach wie vor ungebrochen. Das gilt auch für unser Dorf, in dem sich nach wie vor Menschen für die Flüchtlinge engagieren.

Zu danken ist abschließend den Besuchern die insgesamt 180,00 Euro in das Sparschwein gesteckt hatten, das am Ausgang stand.
Text: M. Haberkamp 29.10.2015

2017-06-13T08:34:45+01:00 Oktober 29th, 2015|