Windkraft - Gemeinde Mastershausen

Windkraft in Mastershausen

 

– Die Auseinandersetzung mit der Verbandsgemeinde Kastellaun 2002 – 2006 -

 

Zuerst ignorieren sie dich,
dann lachen sie über dich,
dann bekämpfen sie dich und
dann gewinnst du.

(Mahatma Gandhi) 

 

Nichts könnte die Entstehungsgeschichte der Mastershausener Windräder treffender beschreiben, wie dieses Zitat von Gandhi.

Die folgenden Zeilen sind eine stark zusammengefasste, chronologische Beschreibung der wesentlichen Vorgänge zwischen den Jahren 2002 und 2006.

Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Ereignisse dieser Zeit würde Bände füllen.

Die Idee Windräder in der Struht entstehen zu lassen war gar nicht so neu. Bereits Anfang der 90er Jahre hatte die Beltheimer Betreibergesellschaft angefagt, ob in der Struht 3 WKA aufgestellt werden könnten. Die Struht ist in der Windhöfigkeitskarte des RWE schon seit den 80 er Jahren als sehr guter Standort eingetragen. Nach einjähriger Messung mit dem Teleskopmast bestätigte sich die Annahme dass hier ein guter Standort sei.

Letztendlich gescheitert ist die Aufstellung dann an der teuren Leitung für den Stromtansport zum nächsten Trafo am Ortseingang von Mastershausen. Bei den damals geringen Generatorleistungen standen Ertrag und Aufwand in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zueinander.

2002 griff die Gemeinde das Thema erneut auf. Mittlerweile hatte die Windkrafttechnologie enorme Fortschritte gemacht und die Wirtschaftlichkeit war nicht mehr das Problem. In einer Bürgerversammlung im Sommer 2003 wurde das Thema hinsichtlich seiner Vor- und Nachteile vorgestellt. Trotz gewisser Vorbehalte, besonders wegen der Schall- und Schattenproblematik, war die übergroße Mehrheit für die Errichtung von WKA in der Struht. Im Gemeinderat wurde umgehend der Antrag zur Aufnahme der Struht in den Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Kastellaun gestellt. In der darauf folgenden Verbandsgemeinderatsitzung in Mannebach begründete ich diesen Antrag und bat die Ratsmitglieder um Unterstützung.

Es folgte eine unerwartet heftige und emotional geladene Ablehnung durch alle Parteien, keine einzige Unterstützungsstimme erhob sich. Ich war sprachlos, der Gemeinderat war schockiert.

Die vorgebrachten und nachgelieferten Argumente (Beeinträchtigung der Leidenecker Bürger durch Schall und Schatten, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes) konnten von uns durch unabhängige Gutachten entkräftet werden. Aber das half uns auch nicht weiter, der Verbandsgemeinderat fand neue Ablehnungsgründe, die wir wiederum entkräften konnten usw. usw…

Uns wurde bald klar, dass es keine sachlichen Gründe für die Ablehnung gab. Es war eine bittere Erfahrung, aber an diesem Punkt haben wir jegliches Vertrauen in das Gleichbehandlungsgebot des Verbandsbürgermeisters und Verbandsgemeinderates  verloren. Lediglich 3-4 VG-Ratsmitglieder stimmten bei den zahlreichen Abstimmungen zur Ausweisung von Windvorrangflächen in der Struht unserem Anliegen zu.

Unter den Mastershausener Bevölkerung machte sich Wut und Misstrauen gegen die Akteure der Verbandsgemeinde breit.

Wir änderten unsere Taktik. Wir mussten die rechtlichen Möglichkeiten nutzen, alles andere war ausgeschöpft.

Die Betreibergesellschaft für unsere WKA stellte bei der Kreisverwaltung Bauanträge in der Hoffnung, dass der vorhandene Flächennutzungsplan/Raumordnungsplan fehlerhaft und nicht rechtsbeständig sei. So war es. Die Kreisverwaltung musste darauf hin Baugenehmigungen für  5 WKA erteilen. Die Anträge für 2 weitere WKA wurden (zunächst) abgelehnt.

Nun begann die lange Phase der rechtlichen Auseinandersetzung der Verbandsgemeinde Kastellaun mit dem Kreis als Genehmigungsbehörde.

Nachdem der Kreisrechtsausschuss den Widerspruch der Verbandsgemeinde abgelehnt hatte, wurde das Verwaltungsgericht in Koblenz angerufen. Auch dort unterlag die Verbandsgemeinde mit ihrem Anwalt, dem Verwaltungsrechtler Dr. Dazert aus Koblenz.

Die nächste Instanz, das OVG Koblenz, entschied ebenfalls gegen die Verbandsgemeinde; der vorsitzende Richter bezeichnete den Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Kastellaun als „Verhinderungsplanung“.

Die danach folgende Verbandsgemeinderatssitzung in Uhler im Januar 2005 präsentierte einen Verbandsgemeinderat, der nicht mehr hinter der Forderung der Bürgermeisters und der Parteisprecher stand, die nächste Instanz, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, anzurufen.*

Die Verbandsgemeinde hatte sechsstellige Gerichts- und Anwaltskosten zu bezahlen.

Der Kampf war zu Ende.
Es war ein bitterer Sieg.
Das tiefe Misstrauen blieb. 

PS:

Keine 3 Monate später stellte der Ortsbürgermeister der Gemeinde Alterkülz, der zuvor WKA`s in Mastershausen entschieden abgelehnt hatte, einen Bauantrag zum vorzeitigen Bau von 3 WKA in seiner Gemeinde.

Der Verbandsgemeinderat hatte nicht die geringsten Bedenken wegen Schatten, Schall oder dem Landschaftsbild wie zuvor in Mastershausen; es gab nur 2 Gegenstimmen!

* (Die Verbandsgemeinde Emmelshausen hat dort etwas später einen Prozess in gleicher Angelegenheit verloren)

 

Windkraft in Mastershausen

Entstehung des Windparks 2006 – 2010

 

Der Schwache kann nicht verzeihen.
Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.
(Mahatma Gandhi)

Bau der Windkraftanlage Bau der Windkraftanlage
Bau der Windkraftanlage Bau der Windkraftanlage
Bau der Windkraftanlage Bau der Windkraftanlage

 

Nach dem gewonnen Prozess am OVG Koblenz ging alles sehr zügig. Die Baugenehmigungen für die 7 Anlagen waren von der Kreisverwaltung bereits 2005 erteilt worden. Die Anlagen konnten bestellt und mit den Infrastrukturmaßnahmen begonnen werden. Vorgesehen waren Anlagen des Herstellers Enercon der 2 MW-Klasse. Für die Einspeisung ins Hochspannungsnetz (110 kV-Ebene) musste eine neue Umspann- und Schaltstation gebaut werden. Die umfangreichen Erd- und Betonarbeiten nahmen 6 Monate in Anspruch. Danach wurden die Stahlbeton- und Stahlrohrtürme errichtet. Anschließend die Generatorgondeln und Rotorblätter montiert. Für den Aufbau standen 2 Spezialkräne mit einer Ausladung von 140 m zur Verfügung.

Die Anlagen gingen Im Sommer 2007 ans Netz.

Weitere 3 Anlagen der 2,3 MW-Klasse sind im Jahr 2010 im Allert entstanden. 2 davon mussten aus naturschutzrechtlichen Gründen vom Wald weg in die Äcker gestellt werden.

In Mastershausen ist der Leistungsstärkste Windpark im Rhein Hunsrück Kreis entstanden.

Toni Christ

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